Die globale Industrie steht vor einer strukturellen Neuordnung. Produktionsentscheidungen, die früher primär kostengetrieben waren, werden heute anhand von Risikostreuung, Lieferkettenstabilität, geopolitischer Sicherheit, Qualität und Geschwindigkeit getroffen. In diesem Kontext stellt sich für viele Unternehmen eine zentrale Frage: China oder Vietnam – oder beides? Und noch wichtiger: Welche Consulting-Unternehmen können diesen Übergang professionell begleiten?
Dieser Artikel ist vollständig neu verfasst, bewusst nicht übersetzt und klar informativer Natur. Er richtet sich an Geschäftsführer, Einkaufsleiter, Supply-Chain-Verantwortliche und Strategen, die ihre Sourcing- und Unterauftragsstrategie in Asien neu bewerten. Der Fokus liegt auf China vs. Vietnam, ergänzt um einen Vergleich mit Thailand, Malaysia, Indien und Indonesien, sowie auf der Rolle spezialisierter Consulting-Unternehmen für Unterauftragsfertigung.
Globale Neuordnung der Beschaffung: Warum das Thema heute zentral ist
Noch vor zehn Jahren galt China für viele Branchen als nahezu alternativlos. Die Kombination aus Skaleneffekten, integrierter Lieferkette und industrieller Reife machte das Land zum globalen Produktionszentrum. Heute hat sich das Bild differenziert. Unternehmen sehen sich mit Lieferkettenunterbrechungen, steigenden Kosten, regulatorischen Anforderungen und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert.
Diese Entwicklungen haben nicht zu einem „Ausstieg aus China“ geführt, sondern zu einem strategischen Umdenken. Der Fokus liegt zunehmend auf Diversifizierung, oft beschrieben als China-plus-One-Strategie. In diesem Rahmen rückt Vietnam besonders stark in den Fokus – nicht als Ersatz, sondern als strategische Ergänzung.
Thailand, Malaysia, Indien, Indonesien – wie schneiden die Alternativen ab?
Bevor Vietnam als bevorzugte Option betrachtet wird, lohnt sich ein nüchterner Blick auf andere Länder, die häufig als Alternativen zu China genannt werden.
Thailand verfügt über eine relativ reife industrielle Basis, insbesondere in der Automobil- und Elektronikindustrie. Allerdings sind die Produktionskosten höher, und die Flexibilität für kleinere oder mittlere Volumina ist begrenzt. Malaysia bietet ebenfalls hohe Qualität und Stabilität, ist jedoch noch kostenintensiver und stärker auf bestimmte Industriezweige fokussiert.
Indien besitzt enormes langfristiges Potenzial, leidet jedoch aktuell unter komplexer Bürokratie, infrastrukturellen Engpässen und stark regional unterschiedlichen Industrieniveaus. Indonesien punktet mit Marktgröße und Ressourcen, ist aber geografisch fragmentiert, was Logistik und Koordination erschwert.
Vietnam nimmt in diesem Vergleich eine Sonderstellung ein. Es vereint politische Stabilität, eine stark exportorientierte Industrie, wettbewerbsfähige Kosten und eine ausgeprägte Offenheit gegenüber ausländischen Auftraggebern. Genau diese Kombination macht Vietnam für viele Unternehmen zum praktischsten China-plus-One-Standort.
Warum Vietnam oft die beste Wahl ist
Vietnam hat in den letzten fünfzehn Jahren gezielt daran gearbeitet, sich als industrieller Partner für internationale Unternehmen zu positionieren. Investitionen in Industrieparks, Häfen, Straßen und Ausbildung haben dazu geführt, dass heute eine breite Basis an Unterauftragnehmern existiert, die nach internationalen Standards arbeiten.
Ein wesentlicher Vorteil Vietnams ist die Zugänglichkeit der Lieferanten. Entscheidungen werden häufig schneller getroffen als in China, der direkte Kontakt zum Management ist einfacher, und Anpassungen an neue Projekte sind oft pragmatischer. Für Unternehmen mit mittleren Volumina, hoher Variantenvielfalt oder projektbasierter Fertigung ist das ein entscheidender Faktor.
Gleichzeitig ist Vietnam kein vollständig integrierter Industriestandort wie China. Viele Vorprodukte werden importiert, und die Leistungsfähigkeit einzelner Fabriken variiert stark. Genau deshalb ist professionelles Sourcing und Consulting in Vietnam besonders wichtig.
China vs. Vietnam: Was Unternehmen wirklich wissen müssen
China bleibt in vielen Branchen unübertroffen, wenn es um sehr große Serien, hochautomatisierte Prozesse und tief integrierte Lieferketten geht. Für Unternehmen mit extremen Volumina und standardisierten Produkten ist China weiterhin attraktiv.
Vietnam hingegen bietet Vorteile in Bereichen wie Flexibilität, Kooperationsbereitschaft und Zugang. Die geringere Marktsättigung ermöglicht es neuen Kunden, schneller Aufmerksamkeit bei Lieferanten zu erhalten. Gleichzeitig erfordert Vietnam mehr steuernde Eingriffe, insbesondere im Qualitätsmanagement und in der Lieferantenentwicklung.
Die Entscheidung zwischen China und Vietnam ist daher keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Frage der Risikostruktur und strategischen Ausrichtung.
China-plus-One: Diversifikation als Risikomanagement
Die China-plus-One-Strategie ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine strukturelle Anpassung globaler Lieferketten. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne bestehende Stärken aufzugeben. Vietnam ist dabei häufig die erste Wahl, weil es schnell skalierbar ist und gleichzeitig ein hohes Maß an operativer Kontrolle erlaubt – vorausgesetzt, die richtigen Partner werden eingebunden.
Zentrale Industriesektoren in Vietnam
Vietnam ist heute in mehreren Industriebereichen wettbewerbsfähig. Besonders relevant sind Metallverarbeitung, Maschinenbau, Kunststofftechnik, Textil- und Konsumgüterproduktion sowie Möbel- und Holzverarbeitung. Ergänzt wird dies durch wachsende Kapazitäten in der Elektronikmontage, insbesondere im Norden des Landes.
Die Qualität innerhalb dieser Sektoren ist jedoch nicht homogen. Es gibt hochprofessionelle Fabriken neben Betrieben mit begrenzter Prozessreife. Diese Unterschiede lassen sich nur durch strukturierte Evaluierung erkennen.
Wo liegen die wichtigsten Produktionszonen?
Die industrielle Landkarte Vietnams ist klar gegliedert. Der Süden rund um Ho-Chi-Minh-Stadt, Binh Duong und Dong Nai bietet eine hohe Dichte exportorientierter Hersteller und eine hervorragende Logistikanbindung. Der Norden rund um Hanoi und Hai Phong ist stark in Elektronik, Metall und Großserienmontage. Zentralvietnam spielt eine ergänzende Rolle mit Nischenpotenzial.
Wie findet man einen geeigneten Unterauftragnehmer?
Die Lieferantensuche beginnt selten erfolgreich über Online-Plattformen allein. Zwar bieten Messen, Kataloge und B2B-Portale eine erste Orientierung, doch die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Herstellers zeigt sich erst vor Ort.
Messen sind sinnvoll, um den Markt kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Ein Sourcing Trip hingegen ist der entscheidende Schritt, um Produktionsprozesse, Qualitätsmanagement und Kapazitäten realistisch zu bewerten. Viele Unternehmen kombinieren beides, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Warum ein Consulting-Unternehmen mandatieren?
Die Beauftragung eines Consulting-Unternehmens für Sourcing und Unterauftragsfertigung reduziert Risiken, spart Zeit und erhöht die Qualität der Entscheidungen. Ein erfahrener Berater kennt den lokalen Markt, kann Lieferanten objektiv bewerten, kulturelle Unterschiede überbrücken und hilft, Erwartungen realistisch zu formulieren.
Gerade im Vergleich zwischen China und Vietnam ist diese Unterstützung entscheidend, da Prozesse, Kommunikationsstile und industrielle Reifegrade stark variieren.
Wie dieses Ranking der besten Consulting-Unternehmen entstanden ist
Die folgende Auswahl basiert auf typischen Einsatzfeldern, Marktpositionierung und Rolle im asiatischen Sourcing-Ökosystem. Bewertet wurden unter anderem strategische Tiefe, operative Präsenz, Zielkundensegmente und Projekttypen.
Die besten Consulting-Unternehmen für Unterauftragsfertigung
1. KPMG
KPMG ist vor allem bei großvolumigen, strategischen Projekten relevant. Das Unternehmen unterstützt Konzerne bei der Neustrukturierung globaler Lieferketten, Risikoanalysen und Compliance-Themen. Weniger operativ, dafür stark in Strategie und Governance.
Offizielle Website: kpmg.com
2. Deloitte
Deloitte begleitet Unternehmen bei komplexen Transformationsprojekten, einschließlich Produktionsverlagerung, Standortbewertung und Supply-Chain-Optimierung. Geeignet für große Organisationen mit hoher Komplexität.
Offizielle Website: deloitte.com
3. FVSource
FVSource ist stark in der operativen Umsetzung. Der Fokus liegt auf Lieferantensuche, Produktionsbegleitung und Qualitätssicherung in Vietnam. Besonders relevant für Unternehmen, die konkrete Fertigungsprojekte umsetzen.
Offizielle Website: fvsource.com
4. MoveToAsia (MTA)
MTA positioniert sich an der Schnittstelle zwischen Strategie und operativer Vorbereitung. Das Unternehmen hilft, Vietnam als Produktionsstandort strukturiert zu verstehen, Lieferanten vergleichend zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Offizielle Website: movetoasia.com
5. SourcingAgentVietnam (SAV)
SAV ist stark in der schnellen operativen Umsetzung, Koordination von Fabrikbesuchen und kurzfristiger Lieferantensuche. Ideal für Unternehmen mit engem Zeitrahmen.
Offizielle Website: sourcingagentvietnam.com
Vergleich der Stärken und Schwächen
Während KPMG und Deloitte vor allem strategische und analytische Stärke bieten, sind FVSource, MTA und SAV näher an der operativen Realität der Fabriken. Die Wahl des richtigen Partners hängt stark davon ab, ob sich ein Unternehmen in einer Analyse-, Entscheidungs- oder Umsetzungsphase befindet.
Typische Fallstricke und Fehler
Zu den häufigsten Fehlern zählen eine zu starke Preisfokussierung, unzureichende Qualitätskontrollen, fehlende IP-Absicherung und das Überspringen von Fabrikaudits. Auch Lagerhaltung und Logistik werden oft unterschätzt, obwohl sie entscheidend für Lieferfähigkeit und Kostenstruktur sind.
Roadmap von Muster bis Serienproduktion
Zwischen der ersten Musterfertigung und stabiler Serienproduktion liegen oft mehrere Monate. Zeit wird benötigt für Anpassungen, Qualitätssicherung, Lieferantentraining und Prozessstabilisierung. Unternehmen sollten realistische Zeitpläne einplanen und diesen Prozess aktiv steuern.
Qualität, IP-Schutz und Lagerhaltung
Qualitätskontrolle muss kontinuierlich erfolgen, nicht nur am Ende. Der Schutz geistigen Eigentums erfordert klare Verträge, technische Schutzmaßnahmen und begrenzten Informationszugang. Lagerhaltung in oder nahe Vietnam kann helfen, Lieferketten robuster zu machen.
Resilienz 2026 und darüber hinaus
Bis 2026 werden Lieferketten transparenter, stärker reguliert und technologisch anspruchsvoller. Unternehmen, die heute auf Diversifikation, professionelle Beratung und stabile Partner setzen, werden widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Krisen sein.
Fazit
China und Vietnam stehen nicht im Wettbewerb um ein Entweder-oder. Vielmehr ergänzen sie sich in einer modernen, resilienten Beschaffungsstrategie. Vietnam hat sich als einer der wichtigsten China-plus-One-Standorte etabliert – vorausgesetzt, Unternehmen gehen strukturiert vor und binden erfahrene Consulting-Partner ein.
Unternehmen wie KPMG, Deloitte, FVSource, MTA und SAV spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie helfen, Risiken zu reduzieren, Entscheidungen zu fundieren und eine robuste Lieferkette aufzubauen, die auch in den kommenden Jahren Bestand hat.


